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Sammelband mit Erzählungen

NEU  im IL Verlag Basel

 

KURZPROSA "GIB GAS, HANS"

 

Neben mir liegen hatte ich eine Zeitung, auf deren Hinterseite eine Photographie zu mir hinauf ins Auto schaute. Jugendliche, alles Männer mit nackten Oberkörpern, mit geballten Fäusten. Einzelne hatten Armeemützen auf dem Kopf, andere glattrasierte Schädel. Einige reckten die Faust Richtung Fussballfeld oder Richtung Himmel, die Münder offen oder verbissen. Glück sieht anders aus, Wut glotzte da in mich hinein, blanke, förmlich nackte, bedrohliche Gewalt. Über schmale Nebenstrassen wollte ich, seit langem auf der Autobahn fahrend, zur Kathedrale gelangen, als wäre ich ein mit dem Auto herumziehender Pilger. Bereits gondelte ich auf einem steinigen Feldweg, dem Lärm der Autobahn entwichen, zufrieden ...

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KURZPROSA

neu 2016

Eben im il-verlag Basel ist erschienen

  • "Gib Gas, Hans"

Kurzprosa von Joerg Jermann

Fr. 28.- beim Verlag, beim Autor oder in jeder Buchhandlung.

 

 

THEATER

  • "Edgar Läder" von Jörg Jermann

SPOKEN WORD!

Premiere und Aufführungen Palazzo Liestal am 19. und 21. November 2015 und weitere Spielorte: u.a. Kellertheater Münchenstein am 4. Dezember und MITTE Basel am 29./30. Januar 2016

BASALTTHEATER BASEL

www.basalttheater.ch

 

Die kommende Produktion heißt

  • DIE FLUCHT, DIE ENGE. UND sBLÄTZ.

Frei nach Motiven und mit live songs von Boris Vian. Textfassung Jörg Jermann.

Premiere ist am 1. und 3. Dezember im Theater Palazzo Liestal.

www.basalttheater.ch

Ende September 2015 Tag der Poesie Basel mit Lesung

Am 12. September 2015 war wieder Tag der Poesie

Programm Tag der Poesie: www.tagderpoesie.ch

14.30   Sachersaal              Jörg Jermann 

in der eigenen Geschichte

 

im Hafen sirren die Stahlsaiten der Boote

im Bistro rasselt Porzellan und von ferne ein Bellen

und der Sommerwind schliesst mir die Lider

 

im Tagtraum im Sommer im Vogelgezwitscher

Autos Baukrane Benzinduft Motorräder Gras

ziehe ich barfuss über heisse Steine

 

die Geschichte in mir bin ich

sie führt über Gemäuer in Gemächer

durch verwunschene Wälder und verliert sich in Ebenen

 

die Geschichte in mir bin ich

sie führt über Ozeane und Monde zu Sternen

und in eisige Schlünde und endet abrupt

 

nie kann ich in deiner Geschichte sein

nie du in meiner aber wir sind beide im Wald

beide sitzen wir vor den Booten

(2011)

THEATERKRITIK

 

bz basel 25. Okt.14 

Bloss ein Spiel. Aber was für eines!

 

Jörg Schröder hatte im NtaB Arlesheim Premiere mit Thomas Bernhards „Einfach kompliziert“. Eine grosse schauspielerische Leistung und ein forderndes, pessimistisches Stück.

 

Joerg Jermann

 

Ein über achtzigjähriger Schauspieler lebt allein in seiner kahlen Wohnung. Er liest Schopenhauer, das macht ihn fertig, lässt ihn zweifeln, er sitzt erschöpft am Boden, haut Nägel in ein Brett gegen die Mäuse, diese sind so aktuell wie die Philosophie. Der Mann sucht ewig den Sinn des Lebens, er erinnert sich an seine grosse Rollen als Richard III., das ist sein Stolz. Er hat eine Krone bekommen von der Stadt, die setzt er sich manchmal auf. Seit seine Frau gestorben ist, bekämpft er die Mäuse, er fängt und ertränkt sie nun nicht mehr, er will sie vergiften. Er hat einen Tisch, einen Stuhl, eine einzelne elektrische Kochplatte, eine altes Tonbandgerät, einen Kühlschrank und einen Spiegel. Er ist ein zynischer Skeptiker gegen alles Normale: „Entweder wir verkommen, oder wir sind pünktlich.“ Hass ist sein Thema, Selbsthass auch. Eltern gehasst, Ringelspiel gehasst, quietschende Türen gehasst. Die Kindheit habe uns abgestossen, wütet er vor sich hin.

 

Hass und Skeptizismus versus Hoffnung

Thomas Bernhard (gestorben 1989) ist berühmt für seine Heftigkeiten, Absolutsetzungen und Übersteigerungen, sie zeigen sich auch in “Einfach kompliziert“. Regisseur Georg Darvas und Jörg Schröder setzen aber auf die Widersprüche der Figur, die contre coeur auch eine positive Seite zeigt. So zuckt der grantige Herr in seiner einsamen Verbissenheit zusammen, wenn der Lift summt, wenn das Licht im Treppenhaus angeht. Es wird klar, dass er trotz aller Enttäuschung noch auf etwas wartet. Ein neunjähriges Mädchen bringt ihm wöchentlich eine Flasche Milch. Als es erscheint, kann er seine Freude nicht mehr verbergen. Er erzählt ihm von seiner Königsrolle. Er will es nicht erschrecken, er will und kann seine Einsamkeit für den Moment dieser Begegnung verscheuchen. Gegenüber dem Kind zerfällt sein Zynismus. Der alte Herr offenbart auch Selbstironie und Witzigkeit. Es fällt das Wort der Hofnarrenexistenz. Schröder schafft es, dass man den Alten verstehen kann, Zuneigung zu ihm gewinnt. Seine Bitterkeit weckt Trostgedanken, seine Altersrolle Sympathie. Alles ist bei Thomas Bernhard Spiel. Er gesteht dem Kind, dass er Milch gar nicht möge, dass er sie heimlich ausschütte. Er hat Lebenslust, er hat Neugierde und heftige Ideen und Meinungen. Er isst wie ein Trotzbub sein Brot und Käs, er macht Grimassen vor dem Spiegel, er mauzt sich an: “Solange wir existieren, machen wir uns etwas vor.“    

 

Jörg Schröders Spielkunst

Schröders Diktion ist präzise und seine Haltung zu den bernhardschen Wortgeschossen immer souverän. Schröder dosiert seinen Ausdruck, er kann bei aller Intensität immer eine kleine Distanz aufblitzen lassen, er gestaltet diesen Bernhardtext und hat ihn im Griff, und nicht er ihn. Trotz aller Enttäuschung im langen Leben dieses Mannes kann er ihn von seiner verständlichen und bewegenden Seite zeigen. Schröder zeigt die Figur immer etwas unerschlossen und macht sie so spannend. Wie er sich kurz selbstironisch ansehen kann, wie er schnell zur Türe oder in den Narrenspiegel blickt, wie er die dunkle Einsamkeit verscheuchen will - ein packender Kontrapunkt. Alles bloss Spiel, scheint er uns hinter aller Heftigkeit zuzuzwinkern. Aber was für eines!  

 

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Ein Schaf fürs Leben

von Maritgen Matter

 

Premiere war am 10. Dezember 2014

Theater Palazzo Liestal

 

Regie Kaspar Geiger

Szenische Fassung und Liedtexte

Joerg Jermann

 

Wiederaufnahme Juni 2015

an div. Schulen BL.

 

 

 

"Wir nicht, aber wenn er kommt!" ist das neue Theaterstück. Erhältlich über Kontakt zum ©basaltverlag. Ein Stück über einen verstummten und verschwundenen Jugendlichen.

Vorlesung Gedichte und Musikimprovisation

Der Autor selbst und H.-Dieter Jendreyko lasen vor vollen Rängen Gedichte von Joerg Jermann, musikalisch begleitet wurden sie von Thomas Achermann.

 

 

Rückblick

Montag, 5. Dezember 2011 um 19:30 Uhr

Das Kleine Literaturhaus Basel

Bachlettenstrasse 7, 4054 Basel