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Sammelband mit Erzählungen

NEU  im IL Verlag Basel

 

KURZPROSA "GIB GAS, HANS"

 

Neben mir liegen hatte ich eine Zeitung, auf deren Hinterseite eine Photographie zu mir hinauf ins Auto schaute. Jugendliche, alles Männer mit nackten Oberkörpern, mit geballten Fäusten. Einzelne hatten Armeemützen auf dem Kopf, andere glattrasierte Schädel. Einige reckten die Faust Richtung Fussballfeld oder Richtung Himmel, die Münder offen oder verbissen. Glück sieht anders aus, Wut glotzte da in mich hinein, blanke, förmlich nackte, bedrohliche Gewalt. Über schmale Nebenstrassen wollte ich, seit langem auf der Autobahn fahrend, zur Kathedrale gelangen, als wäre ich ein mit dem Auto herumziehender Pilger. Bereits gondelte ich auf einem steinigen Feldweg, dem Lärm der Autobahn entwichen, zufrieden ...

 

 

Fr. 28.- beim Verlag, beim Autor oder in jeder Buchhandlung.

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die buch

                handlung            

mit einem * dîner littéraire * 


an der Hauptstrasse 12

um 19.30 Uhr in Reinach

Freitag, 2. September 2016

 

Jörg Jermann liest aus seinem neuen Buch

GIB GAS, HANS

Bettina Herzog-Buchmann spielt Akkordeon.

Dazu  gibt es sizilianische  Antipasti und  Getränke.

 

Preis Fr. 38.- (inklusive Essen),  Anmeldungen bis  30.  August 2016 an die   Buchhandlung in Reinach.

 

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Lesung Rückblick: Literaturhaus Basel

Buchvernissage: Jörg Jermann, Gib Gas, Hans

Do, 4. Februar 2016, 19 Uhr 
Ort: Literaturhaus Basel, Barfüssergasse 3
Mit Andreas Chiquet und Alex Hendriksen (Saxophon), Moderation: Isabel Zürcher 

Drei Männer – drei Künste. Jörg Jermann versammelt in seinem Buch „Gib Gas, Hans“ kurze, kantige Texte aus dem Leben und dem Alltag. Sie geben Eindrücke wieder, Ausschnitte, Erhaschtes, sind voller Abbrüche und Widerhaken. Andreas Chiquet reagiert darauf mit wilden Bildfolgen in Schwarz und Weiss. Und der Saxophonist Alex Hendriksen steuert seine Improvisationen zu den Texten und Bildern bei. Durch den kunst-vollen Abend führt Isabel Zürcher.

Jörg Jermann studierte Kunstgeschichte und Germanistik, danach Regie in Graz. Er schreibt Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke und Theaterkritiken. Er war Mitglied der Literaturkommission beider Basel und in zahlreichen Theaterprojekten engagiert. Im Herbst 2015 kam sein Einmannstück «Edgar Läder» auf verschiedenen Bühnen zur Aufführung.

Andreas Chiquet lebt und arbeitet in Basel und Sent. Die im Buch wiedergegebenen Zeichnungen entstanden in Auseinandersetzung mit Jörg Jermanns Prosa. Andreas Chiquet arbeitet mehrheitlich am Projekt «primary gestures» – in Stein- und Holzbildhauerei, Zeichnung, Malerei.  

Alex Hendriksen (*1975 in Basel) erhielt 1994 ein Stipendium vom Berklee College of Music und studierte in Boston (USA) Saxophon. Nach seinem Abschluss kehrte er in die Schweiz zurück, wo er unterrichtet und mit verschiedensten Bands arbeitet.

 

 

THEATER

SPOKEN WORD!

Premiere und Aufführungen Palazzo Liestal am 19. und 21. November 2015 und weitere Spielorte: u.a. Kellertheater Münchenstein am 4. Dezember und MITTE Basel am 29./30. Januar 2016

BASALTTHEATER BASEL

www.basalttheater.ch

 

Die kommende Produktion ist

  • DIE FLUCHT, DIE BLEIBE. DAS DINGSDA..

Nach Motiven und mit live songs von Boris Vian. Textfassung Jörg Jermann.

Premiere ist am 1. und 3. Dezember im Theater Palazzo Liestal. In Basel im Achermannshof am 8.,9. und 11. Februar 2017

www.basalttheater.ch

THEATERKRITIK BERLIN Juni 16

 

 

 Berlins Theater zwischen „Theatertreffen“ und „Autoren Theatertage“

 

 

Wie sieht es aus, das Theater im Repertoire in der Theaterhauptstadt: Zwischen dem vergangenen Theatertreffen und den kommenden Autoren Theatertagen in Berlin (11. bis 25. Juni) haben die Bühnen Alltag: Ein nackter Baal, ein Altmeister als Ziffel, eine altkluge Mirna,  eine dicke Hose, ein packender Zweig und ein Breimixer.

 

Joerg Jermann

 

Das Theater Basel ist mit zwei Inszenierungen zu den Autoren Theatertagen eingeladen. «Nirgends in Friede. Antigone» von Darja Stocker nach Sophokles und «LSD - Mein Sorgenkind» von Thom Luz. Das Schauspielhaus Zürich ist vertreten mit Dominik Buschs „Das Gelübde“. Passé ist bereits das Theatertreffen: Das Theater Basel, das Ibsens „John Gabriel Borkman“ zeigte, hatte einen riesigen Erfolg, ihm wurde aber auch etwas abfällig nachgesagt, der breite Publikumsgeschmack werde damit bedient. Zürich war mit Stefan Puchers Inszenierung von Ibsens „Ein Volksfeind“ vertreten.

 

Stefan Pucher mit Brechts „Baal“

Von diesem Pucher ist derzeit im Deutschen Theater Brechts „Baal“ zu erleben. Im Publikum sitzen ältere Semester und Schulklassen. Pucher stellt Baals Menschenverachtung, seinen Zynismus, seine bösartige Intelligenz ins Zentrum. Er inszeniert das Stück als überrissenen Varieté-Zirkus. Pucher bedient alle Medien, sendet aktuelle Aufnahmen vom Natel auf die Grossleinwand der Bühne, was obszön wirken kann, so zeigt er im Doppelmeterformat einen Ketchup-Burger schmatzenden Mund über Minuten. Baal schleudert gleich mal ein "Ihr seid alle grau" ins Publikum. Pucher lässt Baal typischerweise sagen: Geschichten, die man sofort versteht, sind ganz sicher schlechte und schlecht erzählte Geschichten. Er bringt einen Mix aus vulgärer Psychologie, Medienrausch und abstossender Sinnlichkeit: Christoph Franken als Baal ist ein fettes, immer angriffiges Riesenbaby, das eine vulgäre Nacktheit ausbreitet. Trotzdem packt das hohe, intensive Spielniveau des Ensembles, pausenlos durchgehalten über zwei Stunden. Die Schulklassen reagieren diesen Baal schnell ab und lachen auf dem Theaterplatz über ihn, die Grauhäupter schütteln sich und nehmen die Taxe.

 

Brechts „Flüchtlingsgespräche“ mit Manfred Karge

Das Pendant zu Franken ist im Berliner Ensemble Schauspieler Manfred Karge. Unmittelbar aktuell ist die Thematik der Verfolgten im Nazideutschland nicht, das war eine andere Situation als heute. Aktuell ist aber der unterschwellige Aufruf Karges, sich immer denkende Menschen vorzustellen in diesem heutigen Flüchtlingsdrama, blitzgescheite. Hier ist die Rede von Sodom und Gomorrha der Besitzenden, ähnlich wie es Baal suggeriert. Koffer gehören auch im Berliner Ensemble dazu, auch das Pennen am Boden und eine Flasche Wodka. Manfred Karge, bekannt geworden mit „Jacke wie Hose“ (in Basel mit Lore Brunner) und seiner Zeit mit Heiner Müller, spielt seinen Brechtschen Flüchtling Ziffel sehr würdevoll, manchmal setzt er einen einzelnen Satz wie ein Plakat, leicht verfremdend, alte Schule. Etwa wenn er, den letzten Stumpen rauchend, ins Publikum sagt, es werde immer enger hier. Der Text spricht auch von der Schweiz, die sei geschützt, weil keine Grossmacht sie der andern gönne. Flüchtlinge stören das harmonische Bild, das wir uns von uns selbst so gerne machen. Der Pass wird passend ironisch als der edelste Teil des Menschen benannt.

 

Nübling „macht“ Sibylle Bergs „Mirna“

Eigentlich ist „Und dann kam Mirna“ ein Monolog, ein sprudelnder Erguss zu Mutter- und Tochterthemen. Männer werden nicht aufs Korn genommen. Stefan Nübling ist auch in Basel und Zürich bekannt, etwa mit „Dear Wendy“ mit dem jungen theater basel. Nübling liebt Gruppenauftritte mit viel wildem Tanz und lauten Wortschwällen. Auch hier im Gorki-Theater. Er lässt den Text von vier jungen Frauen in geblümten Hausfrauenkleidern chorisch sprechen, weit über eine Stunde. Ein permanent lauter Sprechakt zum Publikum gewandt, die Heftigkeit ersetzt aber  Inhaltsmängel nicht, auch nicht das Fehlen von Handlung oder Dialogen. Einzige Abwechslung: Die Tochter, ebenfalls mit vier multipliziert, tritt auf, vier junge Mädchen, welche auch chorisch sprechen und in derselben Einbahnstrasse landen. Die Auftritte wirken wie das Resultat einer Dressur, einer Textladung. Wirken die jungen Frauen schon altklug, erscheinen die jungen Mädchen erst recht so. Um was es geht? Als Mutter ist man nicht die Freundin des Kindes, sondern eben die Mutter. Am Schluss verlangen die Kinder nach "ordentlichen Eltern, nach richtig spiessigen Eltern." Welche Einsicht! Nach dem Theater zieht eine Gruppe von simpel kichernden Schulmädchen vor dem Gorki-Theater durch, eine Wohltat.

 

In dieser „Hose“ steckt mehr

Das alte Renaissance Theater erinnert an eine ganz verstaubte Kiste, wunderschön, Kostüme von vor hundert Jahren,  Spiel- und inszenierungsweise auch. Carl Sternheim! Eine Wiederentdeckung! Regisseurin Tina Engel karikiert die Figuren auf sorgfältige Weise, dann rechtfertigt sich überraschend der fast gehörnte Gatte als Durchschnitt, als bescheiden und unauffällig. Er ist in seiner abgestandenen Haltung der Stärkste gegenüber seinen zwei Rivalen, die sich einmieten, beide von der gefallenen (Unter-) Hose der Gattin entzückt und um sie buhlend. Dann zieht der eine wieder ab wegen einer neuen Flamme, der andere zieht sich beleidigt zurück. Das ungestillte Bedürfnis der letztlich sehr einsamen Frau bleibt in einer längeren Stille zurück, ein spannender Moment. Nie spricht die Frau von ihrer Einsamkeit, jetzt aber füllt diese den Saal. Es scheint, als treffe "Die Hose" unterschwellig hier noch immer den Zeitnerv. Traditionell ist dieser Sternheim nur vornedurch, dick aber hat er es hinter den Ohren! Es geht um Frauenträume und Realität. Um gesellschaftlichen Druck. Um Beziehungsfallen. Um Jobsicherheit: Da wird ein Gewaltpotential offensichtlich.

 

Ein Reisser: Zweigs "Ungeduld des Herzens"

Um die Beziehungsfalle geht es auch in der Schaubühne, in einer bemerkenswerten szenischen Fassung von Regisseur Simon McBurney. Sechs Schauspieler, ausgerüstet mit Tischchen und Mikrophon, lesen den Beginn des Romans vor, übernehmen dann fast unmerklich und wechselnd die zahlreichen Figuren. Ein junger Offizier wird von Mitleid gepackt gegenüber einer gelähmten jungen Frau, diese fasst das als Liebe auf, der Offizier wird unsicher. Auch von Heilungsmöglichkeit wird geflunkert. Alles vergeblich, sie bringt sich um, der erste Weltkrieg beginnt, der Offizier kann auch dadurch seine Schuldgefühle nicht verdrängen, er hat ein mahnendes Gewissen. Durch die Wechsel von Situationen, die sorgfältige Sprache, den gezielten Einsatz von Videos und filmisch illustrativer Musik gelingt es, das Publikum zu packen, ein langer, intensiver Applaus brandet. Über zwei Stunden gebannt im Parkett zu sitzen ist höchste Aktualität, erst recht, wenn sich parallel die Frage nach dem Gewissen in der Gesellschaft stellt.

 

Castorfs Mixer mahlt alles zu Brei

 

 

 

 

 

 

Frank Castorf tobt sich an seiner Volksbühne letztmals aus. 1991 schockte er mit dem „Tell“ noch die Basler als „Stückezertümmerer“, jetzt macht er im Regie-Mixer Stücke zu Brei. Er benimmt sich wie ein Kapitalismus Desperado, die Schauspieler geben eine Unmenge Energie in ein Riesenkonglomerat über Molière mit Texten von Bulgakow und Fassbinder, von Corneille und Racine und Molière selbst. Da wird unendlich viel geschrien und mit Videos und im Raum ein belangloses Tuttifrutti ausgeschüttet, den Überblick oder einen Plot behält man nicht, das lebt einzig von der Intensität der Momente. Da ist zu viel Zufall, Einfall und Durchfall vermengt. Reiche schlagen sich auch heute die Zeit tot, Schönheitswettbewerbe gibt es am Pool wie damals am Hof. Man müsste den Molière-Abend auch als Paternoster für das Publikum einrichten, irgendwann einsteigen, eine halbe Stunde mitfahren und bald wieder abzischen. So wäre es erträglich. Auf dem Rosa.Luxemburg Platz liegt spätabends auf der Wiese die Berliner Jugend herum, deren Welt nichts mit dem grossvätrig-castorfschen Weltekel gemein zu haben scheint.

 

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BLOG über A&X ein der Volksbühne Basel.

von Jörg Jermann, BASALTTHEATER BASEL

Ich habe letzten Freitag die Volksbühne Basel mit John Bergers Roman A&X gesehen: ***sehenswert!

- Die Umsetzung dieses starken Romans ist nicht leicht, sie ist super gelungen, Verzicht auf Anreden, Floskeln weitgehend (...die AÏDA ist schlicht schön), das Briefliche des Romans entfällt irgendwie bald und es wird szenisch.

- Die Übergange und die verschiedenen Rollen, die Szenencollagen sind unmerklich, super.

- So spielte es keine Rolle mehr, dass der Plot eigentlich von Anfang her klar ist.

- Die Auswahl der Szenen und das eingeflochtene Spiel von Erzähltem in den Briefen ist ergreifend (etwa die Liebesszene mit dem Flug auf dem Rücken).

- Das schlichte, aber prägnante Bühnenbild im fast zu grossen, nicht idealen Raum ist bemerkenswert.

- Bewegungen zum Partner sind nie unnötig illustrierend zu den Worten, die Distanz und die Nähe kennzeichnend: „Ich küsse dich“ ergibt szenisch keinen Kuss.

- Das Körperspiel ist sehr frei, offen und konzentriert, kontrolliert zugleich, eine seltene Eigenschaft.

- Kaum je Gebrüll, mitreissende Verhaltenheit, gelassene, kaum je gepresste Stimme und Atmung.

- Ganz gross ist die „Echtheit“ der Gefühle, das Lachen, die Freude, auch die der jungen Frau, sie ist emotional für das Publikum absolute Spitze.

- Ich liebe eigentlich Videos auf dem Theater nicht besonders und eingespielte Musik auch nicht. Aber diese sind zurückhaltend, trefflich, ergänzend, bereichernd.

- Ich getraue mich nur schwer, auf dem Theater dieses weibliche Multitasking zu inszenieren, weil die Bewegung des einen die Sprache des andern stören könnte etc. Hier aber ist das bestens gelungen, Parallelitäten waren so dezent, dass es positiv bestärkend auf das Ganze wirkt. 

- Ein Spannungsbereich ist immer die Kontaktaufnahme mit dem Publikum und andrerseits die vierte Wand zu halten, das kann man bei a&x vielfältig erleben.

(Also einzwei Wassertopfgänge wären da streichbar, aber das ist ein mikriges Detail, dafür ist das Aufrollen der Binden wunderbar archetypisch.)

Also ich werde die nächsten Tage mir das nocheinmal ansehen. Hätte viel mehr Besucher verdient.

Am 12. September 2015 war wieder Tag der Poesie

Programm Tag der Poesie: www.tagderpoesie.ch

14.30   Sachersaal              Jörg Jermann 

in der eigenen Geschichte

 

im Hafen sirren die Stahlsaiten der Boote

im Bistro rasselt Porzellan und von ferne ein Bellen

und der Sommerwind schliesst mir die Lider

 

im Tagtraum im Sommer im Vogelgezwitscher

Autos Baukrane Benzinduft Motorräder Gras

ziehe ich barfuss über heisse Steine

 

die Geschichte in mir bin ich

sie führt über Gemäuer in Gemächer

durch verwunschene Wälder und verliert sich in Ebenen

 

die Geschichte in mir bin ich

sie führt über Ozeane und Monde zu Sternen

und in eisige Schlünde und endet abrupt

 

nie kann ich in deiner Geschichte sein

nie du in meiner aber wir sind beide im Wald

beide sitzen wir vor den Booten

(2011)

 

"Wir nicht, aber wenn er kommt!" ist das neue Theaterstück. Erhältlich über Kontakt zum ©basaltverlag. Ein Stück über einen verstummten und verschwundenen Jugendlichen.

Vorlesung Gedichte und Musikimprovisation

Der Autor selbst und H.-Dieter Jendreyko lasen vor vollen Rängen Gedichte von Joerg Jermann, musikalisch begleitet wurden sie von Thomas Achermann.

 

 

Ein Schaf fürs Leben

von Maritgen Matter

 

Premiere war am 10. Dezember 2014

Theater Palazzo Liestal

 

Regie Kaspar Geiger

Szenische Fassung und Liedtexte

Joerg Jermann

 

Wiederaufnahme Juni 2015

an div. Schulen BL.

 

 

Rückblick

Montag, 5. Dezember 2011 um 19:30 Uhr

Das Kleine Literaturhaus Basel

Bachlettenstrasse 7, 4054 Basel